Zydowska biblioteka ludowa imienia Dra. Samuel Spanna Tarnów
Die Bibliothek wurde 1922 durch die Vereinigung zionistischer Bibliotheken in Tarnów gegründet. Dort lag ab Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts das Zentrum der zionistischen Bewegung Galiziens, dessen Vorsitzender Samuel Spann (1887-1967) war. Mit fast 20000 (1939) jüdischen Bewohnern gehörte die Stadt zu einem der Zentren jüdischen Lebens in Galizien. Der Hauptteil des Bestandes der Volksbibliothek stammte aus der Bibliothek des Vereins "Safira Berura" im. Samuela Spanna. Der Verein "Safira Berura" (reine Sprache) wurde 1910 gegründet und lag in der Anny-Straße in Tarnów. Ebenfalls dort untergebracht waren neben der Bibliothek mit 20000 Exemplaren eine Schule. Der Bestand der Jüdischen Volksbibliothek umfasste dagegen etwa 15000 Bücher. 1926 wurde ein Katalog der polnischen, hebräischen, jiddischen und deutschen Bücher veröffentlicht. Am 7. September 1939 wurde Tarnów von der deutschen Wehrmacht besetzt. Im November 1939 wurden die jüdischen Schulen geschlossen und alle jüdischen Bürger registriert. Fast alle Bewohner wurden im Zuge der Shoa u.a. im Vernichtungslager Belzec ermordet.