Werk
Gertrud
Inhalt: Kuhn, der fiktive Erzähler, verletzt sich beim Rodeln und wird zum Krüppel. Nach einer Zeit der Verzweiflung gelingt ihm die innere Bejahung seiner jetzigen Existenz. Das Leid des Verzichts bringt seine musikalischen Fähigkeiten zur höchsten Reife. Der als Geiger anfänglich nur reproduktive Künstler wird dabei zum genialisch-produktiven Komponisten. Sein bester Freund Muoth heiratet Gertrud, in die Kuhn ebenfalls verliebt ist. Die Ehe ist unglücklich, da Muoth trinkt. Kuhn bleibt Muoth und Gertrud ein Freund - auch nach dem Suizid Muoths.
Überlieferung: Erstausgabe München 1910 (2. Fassung).
Zeit- und Sachbezug: 1908/09 geschrieben; die Urfassung ist nicht erhalten. Die Ich-Erzählung, Lebensgeschichte eines Musikers, steht gehaltlich in engster Nähe zur Problematik des Künstlertums in den Frühwerken Thomas Manns (Tonio Kröger, 1903; Tristan, 1903).