Biblioteca Malatestiana. Biblioteca Piana
Neunundfünfzig Codices sind mit der Privatbibliothek des Chiaramonti-Papstes Pius VII. (1742-1823) in die Malatestiana gekommen, allerdings nicht unmittelbar. Der Papst hatte bestimmt, dass die Bibliothek den Benediktinern in seinem Heimatkloster in Cesena zur Nutzung überlassen würde mit der Auflage, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Eigentum blieb jedoch der Familie reserviert, um die Bibliothek vor politisch motivierten Zugriffen auf Kirchengut zu schützen. Dennoch wurden bei der Klosteraufhebung 1866 die Bestände der Piana vom Demanium in der Malatestiana deponiert, wogegen die Familie protestierte. - 1878 wurde eine Vereinbarung getroffen, in der die Familie die Piana der Bibliothek ohne Befristung als Depositum überließ, wofür dann auch entsprechende Räume geschaffen wurden. Die Lateranverträge schienen zunächst die Rückführung der Piana zu den Benediktinern zu ermöglichen, in längeren juristischen Auseinandersetzungen wurde das Besitzrecht der Familie bestätigt, die sich letztlich dazu entschloss, die Bibliothek an den italienischen Staat zu verkaufen, um die Bibliothek als Einheit in Cesena zu erhalten. Der Vertrag wurde 1941 geschlossen