Geb. Wolff
Die Gebrüder Wolff (Louis und Fritz) waren beide taubstumm und besaßen eine außergewöhnliche zeichnerische Begabung, die auch dem Rat der Stadt Heilbronn nicht verborgen blieb; er entsandte die Brüder 1821 auf die 1818 gegründete Lithographische Anstalt nach Stuttgart, wo sie die neue Technik der Lithographie erlernten; um 1825 gründeten sie ihre eigene Steindruckerei in Heilbronn; ihre Lithographien gehören zu den wichtigsten bildlichen Darstellungen württembergischer Städte zur Zeit des Biedermeier im frühen 19. Jahrhundert; obwohl die Brüder lesen und schreiben konnten, galten sie aufgrund ihrer Behinderung als nicht geschäftsfähig und hatten auch kein Bürgerrecht; in geschäftlichen Dingen vertrat sie bis zu seinem Tode 1826 der Vater, danach wurde von der Stadt ein Pfleger eingesetzt; Geschäftsführer der Druckerei wurde ihr Bruder Heinrich, der wie der Vater den Beruf des Bäckers ausübte; um 1842 erhielten die aus bislang ungeklärten Gründen in Bedrängnis geratenen Brüder von Rat der Stadt Heilbronn die Genehmigung, die Druckerei veräußern zu dürfen, fanden aber keinen geeigneten Käufer; als Geschäftsführer wurde Heinrich Wolff aus gesundheitlichen Gründen von dem Graveur Gottlob Beitter abgelöst; kurz darauf wurde 1853 die Firma an den konkurrierenden Lithographen August Rostert (1813-1868) verkauft; zahlreiche Lithographien der Brüder sind in den Städtischen Museen Heilbronn zu sehen