An den Ilmufern im Schlosspark Tiefurt erinnert ein Denkmal an Prinz Leopold von Braunschweig-Wolfenbüttel, der bei einem Oderhochwasser 1785 tödlich verunglückte. Seine Schwester Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach stiftete das Denkmal.
Ein Meisterstück der Glaskunst und zugleich Inszenierung absolutistischer Macht: Der nach 1730 entstandene Deckelpokal des Weimarer Hofglasschneiders Andreas Friedrich Sang zeugt von hohem technischen Können und zeigt eine ideale barocke Welt.
Die Biblia pauperum ist keine „Armenbibel“, sondern ein reich illustrierter Pergamentband, der das Leben Christi leicht verständlich veranschaulicht. Die mittelalterliche Handschrift enthält Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament.
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe gehört zu den bedeutendsten Korrespondenzen, die in deutscher Sprache verfasst wurden. Als Zeugnis eines freundschaftlich-kritischen Austauschs und einer Geistesepoche ist er eine inspirierende Lektüre.
Die Kompositionen des in Weimar geborenen Bach-Sohnes galten in der zweiten Hälfte des 18. Jh. als wegweisend. Kein Geringerer als Mozart hatte erklärt: „Er ist der Vater, wir sind die Bub’n. Wer von uns was Rechts kann, hat von ihm gelernt.“
Obwohl ihm Italien und die Antike näherlagen, setzte sich Goethe immer wieder auch mit der Gotik auseinander. Insbesondere an den Plänen zur Fertigstellung des Kölner Doms nahm er unter dem Einfluss Sulpiz Boisserées bis ins hohe Alter regen Anteil.
Dem Übersetzungsmanuskript sieht man die Mühen an, die Wieland darauf verwendet hat, die richtigen Worte zu finden. Das Goethe- und Schiller-Archiv bietet die Möglichkeit, dem Autor nachträglich bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen.
Der silberne Ehrenkranz von 1859 ist Ausdruck einer auch politischen Dichterverehrung, die in Monumenten und Erinnerungsgaben ihren Niederschlag fand. Er entstand anlässlich der Feierlichkeiten zu Schillers 100. Geburtstag.
Das illustrierte Artilleriebuch von Franz Helm ist ein wichtiges militärtechnisches Kompendium der Frühen Neuzeit. Es gehört zur Militärbibliothek der Weimarer Herzöge, die sich bis heute im Bücherturm der Herzogin Anna Amalia Bibliothek befindet.
Vor allem die brillanten Opernparaphrasen Franz Liszts begründeten den Weltruhm des Klaviervirtuosen. Das Manuskript seiner „Hugenotten-Fantasie“ wird im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt und ist dort Teil des weltweit größten Liszt-Bestands.
Schillers Drama „Wilhelm Tell“ gehört bis heute zu den bekanntesten und meistgespielten Stücken des Dichters. Die in seinem Nachlass überlieferten eigenhändigen Notizen und Vorarbeiten bieten einen seltenen Einblick in die Werkstatt des Dramatikers.
Georg Büchners unvollendetes Trauerspiel „Woyzeck“ wurde erst etwa 40 Jahre nach seiner Entstehung veröffentlicht. Seit seiner Uraufführung 1913 beeinflusst das Stück die Literatur und Kunst der Moderne wie kein zweites Werk des 19. Jahrhunderts.
Früh widmete sich Gisela von Arnim mit ihrer Mutter Bettina von Arnim dem Märchenschreiben. Heimlich heiratete sie Herman Grimm, Sohn des berühmten Märchensammlers Wilhelm Grimm. Gemeinsam traten sie das Erbe zweier großer Romantiker-Familien an.
Die klassischen Dichter vereint in einem Glas: Der Weimarer Glaspokal steht exemplarisch für die frühe Erinnerungskultur um die Großen Vier – Goethe, Schiller, Herder, Wieland – im Deutschland, Mitte des 19. Jahrhunderts.
Goethes weit geschnittener Reisemantel mit langem Schulterumhang entstand nach dem englischen Vorbild des sogenannten „Carrick“. Dank ihm war der Dichter und Staatsmann auf seinen zahlreichen Reisen gegen Wind und Wetter bestens geschützt.
Ein gewebter Wandbehang als Prototyp für eine Kleinserienproduktion: Das 1922/23 von der Bauhaus-Schülerin Gunta Stölzl entworfene Textil wurde 1925 für die Weimarer Sammlung und als Muster für das Bauhaus Dessau reproduziert.
Das mit filigranen Details gestaltete Elfenbeinrelief ist eines der ältesten Sammlungsobjekte der Klassik Stiftung Weimar. Ursprünglich zierte die kleine Tafel den Buchdeckel einer mittelalterlichen Evangelienhandschrift.
Die für den Weimarer Herzog Wilhelm Ernst angefertigte Glockenspiel- und Lebenszeituhr von 1706 ist ein außergewöhnliches Meisterstück. Neben dem Uhrwerk besitzt sie ein mechanisches Bildregister und ein musikalisches Programm mit Glockenspiel.
Herders preisgekrönte Schrift war von grundlegender Bedeutung für die Sprachursprungsdebatte des 18. Jahrhunderts. Ihr Ansatz lautet: „Der Mensch erfand sich selbst Sprache! – aus Tönen lebender Natur! – zu Merkmalen seines herrschenden Verstandes!“
Mit einem von ihm entworfenen Schreibtisch machte Goethe seiner Vertrauten Charlotte von Stein nicht nur ein privates Geschenk, sondern setzte Wegmarken für die Entwicklung eines klassischen Lebensstils und einer „Einrichtungsphilosophie“.
Das Gedicht „Warum gabst du uns die Tiefen Blicke [...]“ sandte Goethe am 14. April 1776 an Charlotte von Stein. Es war Teil ihrer lebenslangen Korrespondenz. Seine poetische Liebeserklärung hat der Dichter selbst nie veröffentlicht.
Goethes umfangreichste Gedichtsammlung, ein Spätwerk vielstimmiger Dialoge, enthält berühmte Gedichte wie „Selige Sehnsucht“ und „Gingo biloba“ und unvergessliche Verse wie „Gottes ist der Orient! / Gottes ist der Occident!“
Die aquarellierten Zeichnungen aus einer Mappe gehören zum Schönsten, was Goethes handschriftlicher Nachlass zur Naturforschung im Goethe- und Schiller-Archiv zu bieten hat: sprossende Maiskörner, Tulpen und Primeln in leuchtenden Farben.