Die Fürstengruft

Eine schwere Erkrankung der Großherzogin Louise (1757 – 1830) im Jahr 1823 bewog ihren Gatten Carl August (1757 – 1828) dazu, schnell eine Lösung für eine neue Begräbnisstätte zu finden. Der Raum in der fürstlichen Gruft der Weimarer Stadtkirche war ausgeschöpft, die Schlosskirche wurde beim Wiederaufbau des Residenzschlosses nicht wiederhergestellt. Nur die Särge der Angehörigen der Dynastie verblieben in den Gewölben unter der ehemaligen Schlosskirche. Carl August beauftragte Oberbaudirektor Clemens Wenzeslaus Coudray (1775 – 1845) mit der Planung eines sehr schlichten und zweckmäßigen Gebäudes auf der höchsten Stelle des neuen Friedhofes im Süden der Stadt. Coudray musste die Vorgabe des Bauherrn, einen quadratischen Grundriß von 60 Fuß Seitenlänge (ca. 17 Meter) anzuwenden, umsetzen und trotz aller Zwänge zur Einfachheit ein für eine Dynastie würdiges Gebäude entwerfen. Nachdem im Juni 1823 der Ausführungsentwurf genehmigt worden war, schritt der Bau zügig voran, so dass 1824 die Särge aus dem Gewölbe des Residenzschlosses in das fertiggestellte Gruftgeschoss überführt werden konnten. 1827 war der gesamte Bau mit dem Kapellenraum im Erdgeschoss und der Kuppel im wesentlichen abgeschlossen. Mit der Beisetzung der vermeintlichen Gebeine Schillers 1827 und Goethes 1832 in von Coudray entworfenen Sarkophagen in der Gruft der Dynastie erfuhren die beiden Dichter eine herausgehobene Würdigung. 1865 ließ die preußische Königin Augusta (1811 – 1890), Carl Augusts Enkelin, den oberen Kapellenraum entgegen der ursprünglichen Intentionen aufwendig neu ausstatten.

Künstler/in:

Clemens Wenzeslaus Coudray (1775 – 1845)

Datierung:

1823 – 1827

Objekttyp:

Bauwerk

Sammlung:

UNESCO-Welterbe Klassisches Weimar

Link:

Homepage der Klassik Stiftung Weimar

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