Der Bibliotheksturm der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Die historische Herzogin Anna Amalia Bibliothek besteht aus mehreren Teilgebäuden: dem ehemaligen Grünen Schloß, dem Goethe-Anbau und dem Bibliotheksturm mit seinem neogotischen Vorbau. Die Entdeckung einer hölzernen Treppenspindel von 1671 auf der Osterburg in Weida könnte Anlaß zur 1818 einsetzenden Planungen gewesen sein, den runden Turm der Stadtbefestigung endgültig für die Nutzung durch die Großherzogliche Bibliothek umzubauen. Großherzog Carl August (1757 – 1828) ließ von Baurat Carl Friedrich Christian Steiner (1774 – 1840) entsprechende Pläne ausarbeiten, die mit kleinen Änderungen u.a. zur Verbesserung des Brandschutzes 1821 bis 1825 verwirklicht wurden. Drei hölzerne Galerien mit Regalen an der Außenwand werden von der mittig angeordneten Wendeltreppe erschlossen. Die Geländer an den Galerien und der Treppe betonen die besonders dynamische Wirkung des 18 Meter hohen Raumes. Passend zu dem spätmittelalterlichen Bauwerk wurde eine gotisierende Formensprache für den Turm und den kleinen Vorbau gewählt, so dass die additive Erscheinung der drei Baukörper herausgestellt wurde. Die oberste Ebene – unter der Kuppel – war für Carl Augusts Militärbibliothek vorbehalten.