Johann Wolfgang von Goethe: Faust-Fragment

Abbildung: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Ein Fragment. In: Goethe's Schriften, Bd. 7. Wien, Leipzig 1790. Signatur F 675. Provenienz: Gerhard Stumme, erworben 1954.

Die Figur des rast- und ruhelosen, stets unzufriedenen Faust, der mit dem Teufel wettet, dass er ihm keinen Augenblick der Ruhe und kein erfülltes Glück verschaffen kann, beschäftigte Goethe fast sein ganzes Leben lang. Er lernte den Faust-Stoff bereits als Kind über das Puppentheater in Frankfurt am Main kennen, schrieb die ersten Szenen als junger Mann und stellte den zweiten Teil des Dramas kurz vor seinem Tod 1832 fertig.

Im Jahr 1790 veröffentlichte Goethe „Faust. Ein Fragment“ im siebten Band seiner Schriften. Der berühmte Monolog des Gelehrten und die Beschwörung des (Erd-)Geistes sind hier bereits enthalten wie auch die Szenen Auerbachs Keller und die Hexenküche. Bemerkenswert für die Zeitgenossen war die ‚Gretchen-Tragödie‘, die Goethe dem Faust-Mythos neu hinzugefügt hat. Das Fragment bricht mit der Dom-Szene ab, jenem Moment, in dem Gretchen verzweifelt in die Kirche flieht und wo sie wie vor dem Jüngsten Gericht auf ihr Urteil wartet. Erst 1808, als Faust. Eine Tragödie erscheint, werden die Leser erfahren, wie sich die Geschichte fortsetzt.

Das Titelkupfer der Ausgabe ist die erste von Goethe autorisierte Illustration seines Faust. Es zeigt Rembrandts „Gelehrten“ (ca. 1652), im Nachstich von Johann Heinrich Lips. Zu sehen ist ein Alchimist, der in seinem Studierzimmer steht und gebannt auf eine Lichterscheinung mit magischen Zeichen blickt. Bis heute ist dieses Bild eng mit der Vorstellung der Faust-Figur verbunden.

Künstler/in:

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Datierung:

1790

Objekttyp:

Buch

Material / Technik:

Papier, Pappeinband / Buchdruck

Sammlung:

Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Bestand:

Faust-Sammlung

Link:

Suchportal der Hezogin Anna Amalia Bibliothek

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